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Rollable-Smartphones: So funktionieren ausziehbare Displays und so weit ist die Technik 2026

in Android, Handy
handy-flexibles-display

Große Smartphone-Displays sind praktisch für Videos, Webseiten, Spiele, Fotos und produktives Arbeiten, machen ein Gerät aber zwangsläufig größer. Foldables lösen dieses Problem, indem ein flexibles Display zusammengefaltet wird. Rollable-Smartphones verfolgen einen anderen Ansatz: Der Bildschirm wird nicht geklappt, sondern aus dem Gehäuse herausgezogen beziehungsweise ab- und wieder aufgerollt. Ein Smartphone könnte dadurch im Alltag kompakt bleiben und seine Bildschirmfläche bei Bedarf vergrößern.

Die Technik klingt futuristisch, ist jedoch längst mehr als eine theoretische Idee. OPPO zeigte bereits 2020 mit dem X 2021 ein funktionsfähiges Konzeptgerät mit einem OLED-Bildschirm, der sich von 6,7 auf 7,4 Zoll vergrößerte. Motorola präsentierte 2022 ebenfalls ein Rollable-Konzept, dessen Display unterschiedliche Größen annehmen konnte. Samsung Display demonstriert mit seiner Flex-Serie wiederum verschiedene rollbare und verschiebbare OLED-Konstruktionen.

Trotzdem ist die Lage im August 2026 bemerkenswert: Während faltbare Smartphones inzwischen regulär verkauft werden, hat sich ein Rollable-Smartphone noch nicht als breit verfügbares Seriengerät etabliert. Selbst das ambitionierte LG Rollable erreichte den Handel nicht. Ein 2026 öffentlich gewordenes Exemplar des eingestellten Geräts zeigt allerdings, dass LG bei der Entwicklung bereits sehr weit gekommen war.

Dass rollbare Displays grundsätzlich serienfähig sind, zeigt inzwischen eine andere Produktgruppe. Lenovo hat das ThinkBook Plus Gen 6 Rollable vom Konzept zum regulären Produkt entwickelt. Sein OLED-Bildschirm wächst motorisiert von 14 auf 16,7 Zoll. Samsung Display produziert das dafür verwendete rollbare OLED-Panel in Serie. Damit ist ein wichtiger Nachweis erbracht: Flexible OLED-Flächen können nicht nur auf Messen demonstriert, sondern auch in einem kommerziellen Gerät eingesetzt werden.

Für Smartphones ist die Aufgabe allerdings schwieriger. Ein Handy steckt in Taschen, wird häufig bewegt, fällt gelegentlich herunter und muss möglichst dünn, leicht sowie gegen Schmutz und Feuchtigkeit geschützt sein. Gleichzeitig benötigt ein Rollable zusätzliche Mechanik, bewegliche Gehäuseteile und eine stabile Unterlage für das flexible Display. Genau diese Kombination entscheidet darüber, ob aus einer beeindruckenden Technikdemo irgendwann ein alltagstaugliches Smartphone wird.

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Was ist ein Rollable-Smartphone?

Ein Rollable-Smartphone besitzt ein flexibles Display, dessen sichtbare Fläche verändert werden kann. Ein Teil des Bildschirms befindet sich im kompakten Zustand im oder am Gehäuse und wird bei Bedarf herausgeführt. Das Gerät wird dadurch breiter oder höher, ohne dass zwei Displayhälften wie bei einem Foldable auseinandergeklappt werden müssen.

Samsung Display unterscheidet bei flexiblen Bildschirmformen ausdrücklich zwischen Foldable, Slidable, Rollable und Stretchable. Ein Rollable rollt sich ähnlich einer Schriftrolle auf beziehungsweise ab, während ein Slidable einen verborgenen Displaybereich durch eine Schiebebewegung freigibt.

Als technische Referenz bietet Samsung Display einen guten Überblick über die verschiedenen Bauformen flexibler Bildschirme: Samsung Display: Display Form Factors erklärt.

funktion-rollable-display

Rollable und Foldable sind nicht dasselbe

Foldables wie Samsungs Galaxy-Z-Modelle besitzen einen klar definierten Faltbereich. Das Gerät klappt an einem Scharnier auf und zu. Dadurch existieren normalerweise zwei feste Betriebszustände: geschlossen und geöffnet.

Beim Rollable verändert sich dagegen die sichtbare Displayfläche durch eine gleitende beziehungsweise rollende Bewegung. Je nach Konstruktion sind sogar mehrere Zwischengrößen denkbar.

Der Unterschied lässt sich vereinfacht darstellen:

BauformVeränderung des DisplaysTypischer MechanismusDisplaygröße
Klassisches Smartphonekeinefestes Gehäusekonstant
Foldablewird gefaltetScharniermeist zwei feste Zustände
Rollablewird ein- und ausgerolltRollen- und FĂĽhrungssystemvariabel
Slidablewird herausgeschobenverschiebbarer Rahmenvariabel

Faltbare Geräte sind inzwischen eine etablierte Smartphone-Kategorie. Computery bietet dazu beispielsweise einen Überblick über Samsung-Galaxy-Modelle einschließlich der faltbaren Z-Serie.

Wie funktioniert ein ausrollbares Smartphone-Display?

Das Display selbst ist nur ein Teil der Konstruktion. Ein rollbares Smartphone benötigt zusätzlich einen Mechanismus, der das flexible Panel kontrolliert bewegt und gleichzeitig dafür sorgt, dass die sichtbare Fläche stabil bleibt.

Technisch betrachtet verbinden ausrollbare Handy-Displays flexible OLED-Panels mit beweglichen Rahmen, Führungsschienen, Stützstrukturen und je nach Konstruktion einem motorisierten Antrieb. Das Display muss beim Vergrößern gleichmäßig bewegt werden, ohne geknickt, übermäßig gedehnt oder an einzelnen Stellen stark belastet zu werden.

Flexible OLEDs bilden die Grundlage

OLED-Technik eignet sich besonders fĂĽr flexible Bildschirme, weil die einzelnen Pixel selbst Licht erzeugen. Eine klassische Hintergrundbeleuchtung wie bei vielen LCD-Konstruktionen ist nicht erforderlich. Dadurch lassen sich besonders dĂĽnne Displaystrukturen realisieren.

Flexible OLED-Panels kommen längst in kommerziellen Foldables zum Einsatz. Auch bei herkömmlichen Smartphones haben OLED-Technologien einen großen Anteil am oberen Marktsegment. Beispiele für aktuelle Displaykonzepte und Unterschiede finden sich auch im Computery-Beitrag über Displaygrößen und OLED-Technik bei aktuellen iPhones.

Ein rollbares Panel muss jedoch wesentlich stärker gebogen werden können als ein gewöhnliches Smartphone-Display. Gleichzeitig muss die Oberfläche nach Tausenden Bewegungen möglichst eben und visuell gleichmäßig bleiben.

Motoren bewegen das Display

Wie eine technische Umsetzung aussehen kann, zeigte OPPO beim X 2021. Das Konzept verwendete zwei Motoren, die das Display kontrolliert ausfahren sollten. OPPO entwickelte dafĂĽr einen eigenen Antrieb und kombinierte ihn mit einer verschiebbaren Rahmenkonstruktion. Der Bildschirm konnte dadurch von 6,7 auf 7,4 Zoll wachsen.

Motorola ging beim eigenen Konzept ebenfalls von einem anpassbaren Display aus. Im kompakten Zustand war das Gerät etwas mehr als vier Zoll hoch, während sich die nutzbare Bildschirmfläche für bestimmte Anwendungen auf bis zu 6,5 Zoll erweitern ließ. Motorola beschrieb drei Zustände: extended, compact und peek.

Damit entsteht ein grundlegender Vorteil: Die Displaygröße muss nicht zwangsläufig auf zwei feste Zustände beschränkt bleiben.

Warum Rollable-Smartphones interessant sind

Bei modernen Smartphones gibt es einen kaum vermeidbaren Zielkonflikt. Große Bildschirme bieten mehr Platz, benötigen aber größere Gehäuse. Kleine Geräte lassen sich angenehmer transportieren, bieten jedoch weniger Displayfläche.

Wie stark sich klassische Smartphone-Abmessungen durch die Bildschirmgröße verändern, zeigt beispielsweise der Computery-Überblick zu iPhone-Größen und Displaydiagonalen.

Ein Rollable könnte beide Eigenschaften miteinander verbinden. Im Normalbetrieb bliebe das Gerät vergleichsweise kompakt. Für Videos, Karten, Tabellen oder mehrere Apps ließe sich die Bildschirmfläche vergrößern.

Mehr Bildschirm ohne klassisches Faltgelenk

Ein groĂźer Unterschied zum Foldable liegt im fehlenden zentralen Faltvorgang. Bei einem Rollable muss das Display nicht immer wieder an exakt derselben Stelle zusammengeklappt werden.

Dadurch lässt sich grundsätzlich eine sichtbare Falzkante vermeiden oder zumindest anders verteilen. OPPO entwickelte beim X 2021 beispielsweise eine Rolle mit 6,8 Millimetern Durchmesser und eine spezielle Stützstruktur, um das Panel möglichst gleichmäßig zu führen. Das Unternehmen bezeichnete sein Konzept ausdrücklich als Display ohne harte Faltung.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Rollable-Displays dauerhaft vollkommen eben bleiben. Auch beim Auf- und Abrollen entstehen mechanische Belastungen.

Warum gibt es 2026 noch kaum Rollable-Smartphones?

Die lange Entwicklungszeit hat einen einfachen Grund: Bei einem rollbaren Smartphone müssen sehr viele bewegliche und empfindliche Komponenten auf äußerst engem Raum zusammenarbeiten.

Das Display muss flexibel sein, der Rahmen muss sich verändern können und ein Antrieb benötigt zusätzlichen Platz. Gleichzeitig dürfen Akku, Kameras, Antennen, Lautsprecher und Hauptplatine nicht beeinträchtigt werden.

Der Bildschirm braucht eine stabile RĂĽckseite

Ein gewöhnliches Smartphone-Display liegt weitgehend auf einer festen Konstruktion. Bei einem Rollable verändert sich die Fläche dagegen ständig.

Wird das Display ausgefahren, muss der neu sichtbare Bereich ausreichend gestützt werden. Andernfalls könnte die Oberfläche beim Tippen nachgeben oder beschädigt werden.

OPPO entwickelte dafür beim X 2021 eine sogenannte 2-in-1-Plate mit ineinandergreifenden Strukturen. Sie sollte eine möglichst durchgängige Unterlage schaffen, obwohl sich der Rahmen gleichzeitig verbreiterte.

Staub und Feuchtigkeit werden zum schwierigen Thema

Bewegliche Gehäuseteile erzeugen zwangsläufig Übergänge, Öffnungen und Führungspunkte. Genau dort können Staubpartikel problematisch werden.

Ein kleiner Fremdkörper zwischen flexiblem Display und Führungsmechanismus kann erheblichen Druck auf das dünne Panel ausüben. Ein Rollable benötigt deshalb eine sehr genaue Abdichtung, ohne die Beweglichkeit des Systems einzuschränken.

Bei einem Smartphone, das täglich in Hosen- oder Jackentaschen transportiert wird, ist diese Aufgabe besonders anspruchsvoll.

Mechanik benötigt Platz

Ein Rollable benötigt nicht nur ein flexibles Display, sondern auch Rollen, Führungsschienen, Stützelemente und möglicherweise mehrere Motoren.

Dieser Platz fehlt an anderer Stelle. Smartphone-Hersteller kämpfen ohnehin um jeden Millimeter für Akku, Kameras und Kühlsysteme.

Das 2026 öffentlich zerlegte LG Rollable verdeutlichte diese Komplexität. Im Inneren befanden sich aufwendige mechanische Bauteile, die den Bildschirm führen und unter Spannung halten mussten. Das Gerät war technisch bemerkenswert, gelangte jedoch nie regulär in den Verkauf.

Rollable-vs.-Foldable-Displayvergleich

OPPO X 2021 zeigte früh, wohin die Entwicklung gehen könnte

Das OPPO X 2021 gehört zu den bekanntesten Rollable-Konzepten. Das Gerät wurde Ende 2020 vorgestellt und besaß ein OLED-Display mit einer Diagonale von 6,7 Zoll im kompakten Zustand.

Nach dem Ausfahren wuchs der Bildschirm auf bis zu 7,4 Zoll. Dabei wurde das Gehäuse seitlich erweitert.

OPPO entwickelte nicht nur das Display, sondern auch Motoren, Rahmen und Stützsysteme speziell für diesen Mechanismus. Die Benutzeroberfläche sollte sich außerdem automatisch an unterschiedliche Bildschirmgrößen anpassen.

Ein Konzept, kein reguläres Seriengerät

Trotz des hohen Entwicklungsstands bezeichnete OPPO das X 2021 ausdrücklich als Rollable Concept Handset. Ein reguläres Massenmarktmodell entstand daraus nicht.

Das Beispiel zeigt einen wichtigen Unterschied zwischen Technikdemonstrationen und tatsächlich verkauften Geräten. Eine Konstruktion kann technisch funktionieren, ohne bereits hinsichtlich Lebensdauer, Reparierbarkeit, Serienproduktion und langfristiger Zuverlässigkeit für große Stückzahlen geeignet zu sein.

Motorolas Rollable setzte auf ein besonders kompaktes Format

Motorola präsentierte 2022 ein anderes Konzept. Statt eines besonders breiten Smartphones stand ein kompaktes Gerät im Mittelpunkt.

Das Display konnte verschiedene Zustände annehmen. Motorola nannte einen 6,5-Zoll-Modus für umfangreichere Inhalte und eine deutlich kompaktere Form für den Transport. Die Entwicklung stammte aus dem internen 312-Labs-Team des Unternehmens.

Der Ansatz zeigt, dass Rollables nicht zwangsläufig nur dazu dienen müssen, aus einem normalen Smartphone ein kleines Tablet zu machen. Denkbar ist ebenso das Gegenteil: Ein ausgesprochen kleines Smartphone könnte erst bei Bedarf auf eine heute übliche Displaygröße wachsen.

Samsung Display arbeitet an mehreren flexiblen Formaten

Samsung gehört zu den wichtigsten Herstellern flexibler OLED-Panels. Das Unternehmen zeigt neben klassischen Foldable-Lösungen auch Slidable und Rollable Flex.

Samsung Display beschreibt Rollable Flex als eine Bildschirmform, die bei Bedarf ausgerollt wird. Das Unternehmen demonstriert darĂĽber hinaus verschiedene verschiebbare OLED-Konstruktionen.

Das ist für den Smartphone-Markt interessant, bedeutet aber nicht automatisch, dass jede Displaystudie als Galaxy-Smartphone erscheint. Displayhersteller entwickeln Technologien auch unabhängig von konkreten Endgeräten.

Rollbare OLEDs sind bereits im Serienmarkt angekommen

Einen wichtigen Entwicklungsschritt gab es außerhalb des Smartphone-Marktes. Lenovo stellte Anfang 2025 das ThinkBook Plus Gen 6 Rollable vor und machte aus einem früheren Konzept ein reguläres Produkt.

Der OLED-Bildschirm wächst motorisiert von 14 auf 16,7 Zoll. Lenovo bietet das Gerät inzwischen auch auf seiner deutschen Produktseite an.

Samsung Display bestätigte zudem die Serienproduktion des entsprechenden rollbaren OLED-Panels. Der Bildschirm verändert dabei nicht nur seine Größe, sondern auch sein Seitenverhältnis.

Das Notebook ist ein wichtiger Praxistest

Ein Notebook und ein Smartphone stellen unterschiedliche Anforderungen an die Mechanik. Trotzdem ist der Schritt bemerkenswert.

Erstmals wird eine rollbare OLED-Konstruktion nicht nur auf einer Messe gezeigt, sondern in einem tatsächlich angebotenen Computer eingesetzt. Damit gibt es inzwischen praktische Erfahrungen mit Produktion, Mechanik und langfristiger Nutzung solcher Displays.

Für Smartphones lässt sich daraus kein konkreter Veröffentlichungstermin ableiten. Die Technologie ist aber deutlich näher an realen Serienprodukten als noch zu Zeiten der ersten Rollable-Konzepte.

Software muss mit dem Display mitwachsen

Ein veränderliches Display erfordert auch eine flexible Benutzeroberfläche. Wird der Bildschirm breiter oder höher, sollten Anwendungen den zusätzlichen Platz sinnvoll nutzen.

Einfach nur dieselben Inhalte größer darzustellen würde das Potenzial eines Rollables verschenken.

Apps müssen unterschiedliche Größen berücksichtigen

Eine App könnte im kompakten Zustand beispielsweise eine einzelne Inhaltsansicht zeigen. Nach dem Ausrollen könnten zusätzliche Spalten, Werkzeuge oder eine zweite App erscheinen.

Android unterstützt bereits unterschiedliche Displaygrößen und veränderliche Fenster, was vor allem durch Tablets und Foldables wichtiger geworden ist. Rollables würden diese Entwicklung weiterführen, weil sich die Displayfläche sogar während der Nutzung verändern kann.

OPPO demonstrierte beim X 2021 bereits eine angepasste ColorOS-Oberfläche, bei der Inhalte auf unterschiedliche Bildschirmgrößen reagieren sollten.

Rollable oder Foldable – welche Technik hat die besseren Voraussetzungen?

Foldables besitzen derzeit einen klaren Vorsprung. Sie werden seit Jahren in Serie gefertigt und haben mehrere Generationen technischer Weiterentwicklung durchlaufen.

Rollables können konstruktiv einige interessante Eigenschaften bieten, benötigen jedoch zusätzliche bewegliche Mechanik.

MerkmalFoldableRollable
Display vergrößerbarjaja
Fester Faltbereichjanein
Variable Zwischengrößenmeist neingrundsätzlich möglich
MechanikScharnierRoll-, Schiebe- und FĂĽhrungssystem
Serien-Smartphones 2026breit verfĂĽgbarweiterhin ĂĽberwiegend Konzepte
Technische Erfahrung im Marktmehrere Generationendeutlich geringer

Ein Rollable ist daher nicht automatisch der Nachfolger des Foldables. Beide Bauformen lösen das Problem großer Displays auf unterschiedliche Weise.

Wann kommen Rollable-Smartphones auf den Markt?

Ein seriöser Veröffentlichungstermin lässt sich derzeit nicht nennen. Zwar tauchen regelmäßig Patente, Berichte und mögliche Produktnamen auf, doch daraus folgt keine bestätigte Markteinführung.

Gerade bei neuartigen Smartphone-Bauformen sollte klar zwischen einem Patent, einem Prototyp, einer Herstellerstudie und einem angekĂĽndigten Serienprodukt unterschieden werden.

Im August 2026 gibt es weiterhin keinen breit verfügbaren Rollable-Smartphone-Massenmarkt. Aktuelle faltbare Geräte zeigen vielmehr, dass Hersteller ihre kommerziellen flexiblen Smartphone-Serien zunächst weiter über Foldables ausbauen. Samsung brachte beispielsweise im August 2026 seine aktuelle Galaxy-Z-Generation regulär in den Handel.

Berichte über mögliche zukünftige Rollable-Smartphones bleiben daher solange unbestätigte Zukunftsszenarien, bis ein Hersteller konkrete Produktdaten und einen Verkaufsstart nennt.

Fazit: Rollable-Smartphones sind technisch real, aber noch nicht im Alltag angekommen

Rollbare Smartphone-Displays gehören zu den interessantesten Entwicklungen bei mobilen Bildschirmen. Die Idee verbindet zwei Wünsche, die sich bei klassischen Smartphones nur schwer zusammenbringen lassen: ein kompaktes Gehäuse und eine große Displayfläche.

Die grundlegende Technik funktioniert. OPPO hat mit dem X 2021 demonstriert, wie ein motorisiert ausfahrbares OLED-Display aufgebaut werden kann. Motorola zeigte einen anderen Ansatz mit einem besonders kompakten Smartphone, dessen Bildschirm je nach Einsatz wächst. Samsung Display entwickelt mehrere rollbare und verschiebbare OLED-Formate.

Der entscheidende Fortschritt ist inzwischen auĂźerhalb des Smartphone-Marktes sichtbar. Mit dem Lenovo ThinkBook Plus Gen 6 Rollable existiert ein kommerzielles Notebook mit motorisiert erweiterbarem OLED-Bildschirm. Samsung Display hat das dafĂĽr eingesetzte Panel in die Serienproduktion gebracht. Rollbare OLEDs sind damit keine reine Messeidee mehr.

Smartphones stellen jedoch deutlich härtere Anforderungen. Die Mechanik muss klein und leicht sein, das Display dauerhaft geschützt bleiben und das gesamte Gerät den Belastungen eines mobilen Alltags standhalten. Zusätzlich müssen Akku, Kameras, Antennen und weitere Komponenten weiterhin Platz finden.

Gerade deshalb lässt sich aus einem funktionsfähigen Prototyp noch kein bevorstehendes Seriengerät ableiten. Das LG Rollable demonstrierte eindrucksvoll, wie weit eine Entwicklung gelangen kann, ohne jemals regulär verkauft zu werden. Auch OPPO und Motorola haben ihre bekannten Rollable-Modelle ausdrücklich als Konzepte vorgestellt.

Foldables bleiben deshalb vorerst die kommerziell etablierte Form flexibler Smartphones. Rollables könnten langfristig eine Alternative darstellen, insbesondere wenn Hersteller die bewegliche Mechanik vereinfachen und die empfindlichen Displaybereiche zuverlässig schützen können.

Die Technik hinter dem ausrollbaren Smartphone ist also keineswegs Science-Fiction. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob ein OLED-Display aufgerollt werden kann, sondern ob sich daraus ein langlebiges, dünnes und wirtschaftlich produzierbares Smartphone für den täglichen Einsatz bauen lässt. Die kommenden Gerätegenerationen werden zeigen, ob Rollables neben Foldables eine eigene Produktklasse entwickeln oder vor allem als technische Speziallösung bestehen bleiben.

Die wichtigsten Fragen

Zum Abschluss lassen sich die häufigsten Fragen rund um Rollable-Smartphones und flexible Displays anhand des derzeit bekannten Entwicklungsstands beantworten.

Gibt es bereits Smartphones mit ausrollbarem Display zu kaufen?

Ein breit verfügbares Rollable-Smartphone hat sich bis August 2026 noch nicht im regulären Massenmarkt etabliert. Bekannte Geräte wie das OPPO X 2021 und Motorolas Rollable wurden als Konzepte präsentiert. Auch das weit entwickelte LG Rollable wurde letztlich nicht regulär veröffentlicht.

Wie funktioniert ein ausrollbares Handy-Display?

Ein flexibles OLED-Panel wird über eine Führung im Gehäuse bewegt. Dabei kann ein Teil des Displays im kompakten Zustand verborgen beziehungsweise um eine Führung gelegt sein. Motoren oder andere Mechanismen bewegen das Panel und den veränderlichen Rahmen. Eine Stützstruktur stabilisiert die ausgefahrene Bildschirmfläche.

Was ist der Unterschied zwischen Rollable und Foldable?

Ein Foldable wird an einem Scharnier zusammengeklappt. Ein Rollable verändert seine Größe, indem ein flexibler Bildschirm ein- oder ausgerollt beziehungsweise durch einen verschiebbaren Rahmen erweitert wird. Dadurch kann die Displaygröße bei Rollables grundsätzlich variabler ausfallen.

Haben Rollable-Displays eine Falte im Bildschirm?

Da das Display nicht an einer festen Stelle scharf zusammengefaltet wird, kann eine typische zentrale Foldable-Falz vermieden werden. Trotzdem wird auch ein Rollable mechanisch gebogen. Hersteller müssen deshalb verhindern, dass Wellen, Druckstellen oder andere sichtbare Veränderungen entstehen. OPPO entwickelte für sein X-2021-Konzept beispielsweise eine spezielle Rollen- und Stützstruktur.

Warum werden Rollable-Smartphones noch nicht regulär verkauft?

Die Kombination aus flexiblem Display, beweglichem Gehäuse, Führungssystem und Antrieb ist technisch aufwendig. Hinzu kommen Anforderungen an Schutz vor Staub und Feuchtigkeit, geringe Gehäusedicke, niedriges Gewicht und ausreichenden Platz für Akku, Kameras und weitere Bauteile.

Gibt es bereits andere Geräte mit rollbarem OLED-Display?

Ja. Lenovo bietet mit dem ThinkBook Plus Gen 6 Rollable ein Notebook an, dessen OLED-Bildschirm motorisiert von 14 auf 16,7 Zoll wächst. Samsung Display produziert das dafür verwendete rollbare OLED-Panel in Serie.

Ist ein Rollable besser als ein faltbares Smartphone?

Eine pauschale Aussage ist nicht möglich. Rollables können ohne zentrale Faltkante auskommen und eine variablere Bildschirmgröße ermöglichen. Foldables besitzen dagegen bereits mehrere Jahre Serienerfahrung und sind als fertige Produkte verfügbar. Welche Konstruktion langfristig überzeugender ist, hängt vor allem von Haltbarkeit, Bedienkomfort, Größe, Gewicht und Produktionsaufwand ab.

Wann erscheint das erste Rollable-Smartphone?

Ein verlässlich bestätigter Termin für ein breit verfügbares Rollable-Smartphone lässt sich derzeit nicht nennen. Berichte über Patente oder mögliche künftige Geräte sind keine Produktankündigungen. Erst eine offizielle Vorstellung mit Verkaufsstart würde einen belastbaren Termin liefern.

Werden Rollable-Smartphones Foldables ersetzen?

Dafür gibt es derzeit keinen Beleg. Wahrscheinlicher ist zunächst eine parallele Entwicklung verschiedener flexibler Displayformen. Samsung Display zeigt selbst Foldable-, Slidable- und Rollable-Konzepte nebeneinander. Welche Bauformen sich langfristig im Smartphone-Markt durchsetzen, lässt sich auf Basis des aktuellen Entwicklungsstands nicht zuverlässig vorhersagen.

Titelbild: Maria – stock.adobe.com

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