Wenn Ihr Amazon-Konto gehackt wurde, zählt jede Stunde. Haben Sie noch Zugriff, ändern Sie sofort das Passwort und aktivieren die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Haben Sie keinen Zugriff mehr, kontaktieren Sie umgehend den Amazon-Kundenservice und Ihre Bank, um eine SEPA-Rückbuchung einzuleiten. Sichern Sie parallel Screenshots und Bestellnummern als Beweise und erwägen Sie eine Anzeige bei der Polizei, dazu einen technischen Check des Endgeräts auf Schadsoftware.
Kurz gesagt:
- Bei aktivem Zugriff sollten Sie sofort das Passwort ändern, Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren und alle aktiven Sitzungen beenden.
- Wenn Sie keinen Zugriff mehr haben, starten Sie den Passwort-Reset, prüfen Sie das verknüpfte E-Mail-Konto und kontaktieren Sie den Support.
- Beweise wie Screenshots, Bestellnummern und E-Mail-Header sind essenziell für eine spätere Anzeige und Rückforderung von Geld.
- Kontrollieren Sie systematisch alle Kontoinformationen und Zahlungsdaten, um unautorisierte Transaktionen schnell zu erkennen und zu melden.
- Ein technischer Gerätecheck vor erneuter Nutzung schützt vor Schadsoftware, die Exchange- oder Sitzungscookies gefährlich weiterleben lassen.
Inhaltsverzeichnis
- Amazon-Konto gehackt: Sofortmaßnahmen bei bestehendem Zugriff
- Kein Zugriff mehr aufs Konto: So kommen Sie wieder rein
- Zahlungen prüfen: Wie Sie Geld über Bank und Amazon Pay zurückholen
- Beweise sichern und Anzeige erstatten: So wirkt die Vorgangsnummer
- Technische Prüfung: Ist Ihr Gerät noch infiziert?
- Amazon kontaktieren: Diese Angaben braucht der Support
- Vorbeugung: So schützen Sie Ihr Amazon-Konto dauerhaft
- Perspektive von Computery: Warum ein technischer Check oft übersehen wird
- Wenn das Gerät der eigentliche Unsicherheitsfaktor ist
- Quellen
- FAQ
Amazon-Konto gehackt: Sofortmaßnahmen bei bestehendem Zugriff
Wenn Sie sich noch einloggen können, ist das ein Vorteil, den Sie sofort nutzen sollten. Jede Minute, in der ein Angreifer noch im Konto aktiv ist, kann teuer werden.
So sichern Sie das Konto in der richtigen Reihenfolge:
- Neues, einzigartiges Passwort setzen. Mindestens 12 Zeichen, keine Wiederverwendung aus anderen Diensten, am besten generiert über einen Passwortmanager.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Amazon bietet dafür SMS-Codes, die Amazon-App oder Sicherheitsfragen an, und betont, dass der Dienst niemals von sich aus per E-Mail nach Ihrem Passwort fragt, wie Amazons eigene Hilfeseite zur Kontosicherheit erklärt.
- Alle aktiven Sitzungen beenden. Unter „Anmeldung & Sicherheit“ finden Sie die Liste angemeldeter Geräte. Entfernen Sie jedes Gerät, das Sie nicht selbst erkennen.
- Gespeicherte Zahlungsmittel vorübergehend sperren oder entfernen. Das verhindert weitere Abbuchungen, während Sie den Rest prüfen.
Danach folgt die Detailkontrolle:
- Lieferadressen im Konto durchsehen und jede unbekannte Adresse löschen
- Bestellverlauf der letzten 90 Tage auf fremde Käufe prüfen
- Gutscheine, Geschenkkarten-Guthaben und verknüpfte Konten (etwa Prime-Video-Zahlungen) kontrollieren
- E-Mail-Adresse und Telefonnummer im Profil auf unbemerkte Änderungen prüfen
Dokumentieren Sie jeden Schritt, während Sie ihn machen, nicht danach aus dem Gedächtnis. Fotografieren Sie verdächtige Bestellungen mit Bestellnummer und Datum, bevor Sie irgendetwas löschen. Diese Notizen brauchen Sie später gegenüber Amazon, Ihrer Bank und eventuell der Polizei.
Profi-Tipp: Ändern Sie das Passwort nicht auf dem möglicherweise infizierten Gerät selbst. Nutzen Sie ein zweites, sauberes Gerät, etwa Ihr Smartphone im mobilen Netz, sonst tippt der Angreifer das neue Passwort einfach mit.
Kein Zugriff mehr aufs Konto: So kommen Sie wieder rein
Hat der Angreifer bereits Passwort oder E-Mail-Adresse geändert, brauchen Sie einen anderen Weg zurück ins Konto. Panik hilft hier nicht, ein methodisches Vorgehen schon.
Gehen Sie diese Schritte durch:
- Passwort-Zurücksetzen-Funktion nutzen. Rufen Sie amazon.de direkt auf, niemals über einen Link aus einer E-Mail, und starten Sie den offiziellen Reset-Prozess über „Passwort vergessen“.
- E-Mail-Postfach prüfen. Oft ist nicht Amazon der erste Angriffspunkt, sondern das verknüpfte E-Mail-Konto. Können Sie sich dort nicht mehr anmelden, hat das Priorität, denn ohne E-Mail-Zugriff funktioniert auch kein Amazon-Reset.
- Amazon-Kundenservice kontaktieren, wenn der Reset fehlschlägt. Amazon bietet dafür Chat, Telefon und die App an.
- Vorgangsnummer verlangen und aufschreiben. Jeder Kontakt mit dem Support sollte eine Referenznummer erzeugen, notieren Sie diese sofort.
Parallel zur Kontowiederherstellung sollten Sie nicht warten:
- Bank oder Kreditkartenanbieter noch am selben Tag informieren
- Bei finanziellem Schaden direkt eine Anzeige bei der Polizei in Erwägung ziehen
- Alle bereits vorhandenen Beweise (alte E-Mails, Bestellbestätigungen) sichern, bevor der Zugriff komplett verloren geht
Eine rechtliche Einordnung der Kanzlei Herfurtner macht deutlich, dass ein reiner Passwortwechsel oft nicht reicht, wenn bereits Zahlungsdaten missbraucht wurden. Technische Sicherung, Beweise und rechtliche Schritte gehören dann zusammen, nicht nacheinander.
Zahlungen prüfen: Wie Sie Geld über Bank und Amazon Pay zurückholen
Sobald das Konto wieder unter Ihrer Kontrolle ist oder Sie zumindest Einsicht in den Bestellverlauf haben, geht es ums Geld. Hier zählt vor allem Tempo.
Bei Lastschriften über Amazon Pay gilt eine Frist, innerhalb derer Sie eine unberechtigte SEPA-Lastschrift bei Ihrer eigenen Bank zurückbuchen lassen können, wie Amazon Pay in seinen Hilfeseiten zum SEPA-Lastschriftverfahren beschreibt. Diese Frist ersetzt allerdings nicht die Meldung an Amazon selbst, Banken verlangen häufig ergänzende Nachweise, bevor sie die Rückbuchung endgültig bestätigen.
Zur Einordnung: Die Acht-Wochen-Frist beim SEPA-Lastschriftverfahren ist ein praktikabler Hebel gegen unautorisierte Abbuchungen, sie wirkt aber nur, wenn Sie parallel Amazon und im Zweifel die Polizei informieren, statt sich allein auf die Bank zu verlassen.
Bei Kreditkarten läuft es über den sogenannten Chargeback. Die Bedingungen unterscheiden sich je Kartenanbieter, meist verlangen Banken jedoch:
- eine schriftliche Schilderung des Vorfalls
- den ungefähren Zeitpunkt der unautorisierten Abbuchung
- im Idealfall eine polizeiliche Vorgangsnummer als Beleg
- einen aktuellen Kontoauszug mit der markierten Buchung
Prüfen Sie zusätzlich die eigene Amazon-Pay-Aktivität auf Transaktionen, die Sie nicht ausgelöst haben, und melden Sie diese über die Funktion „Nicht autorisierte Abbuchung melden“, wie Amazon Pay in seiner Anleitung dazu erklärt. Die A-bis-Z-Garantie greift zusätzlich, wenn ein Kauf über einen Drittanbieter auf der Plattform lief und nicht direkt über Amazon Pay abgewickelt wurde. Melden Sie solche Fälle separat über den Bestellverlauf, nicht nur über die Bank.
Beweise sichern und Anzeige erstatten: So wirkt die Vorgangsnummer
Was Sie in den ersten Stunden sammeln, entscheidet oft darüber, wie leicht Sie später Geld zurückbekommen oder falsche Einträge löschen lassen. Sammeln Sie systematisch, nicht nachträglich aus der Erinnerung.
Diese Beweismittel gehören in jede Dokumentation:
- Screenshots von unbekannten Bestellungen, Lieferadressen und Kontoänderungen
- Bestellnummern und Zeitstempel jeder verdächtigen Transaktion
- Chat-Protokolle und Chat-IDs aus dem Kontakt mit dem Amazon-Support
- Kontoauszüge mit markierten, nicht autorisierten Buchungen
- E-Mail-Header verdächtiger Nachrichten, falls Phishing im Spiel war
Mit diesen Unterlagen gehen Sie zur Polizei und erstatten Anzeige, idealerweise online über die Anzeigenportale der Landespolizeien oder direkt vor Ort. Die polizeiliche Vorgangsnummer, die Sie dabei erhalten, ist mehr als eine Formalität: Sie erleichtert nachweislich Lösch- und Berichtigungsprozesse gegenüber der SCHUFA und Inkassounternehmen, wie Identitätsdiebstahl Direkthilfe zu Fällen bei Amazon darstellt. Ohne dieses Aktenzeichen zögern viele Auskunfteien und Banken die Korrektur falscher Einträge deutlich länger hinaus.
Profi-Tipp: Nennen Sie die Vorgangsnummer künftig bei jedem Kontakt mit Amazon, Ihrer Bank oder einem Inkassobüro von sich aus, auch wenn niemand danach fragt. Das verkürzt Prüfprozesse oft erheblich.
Anwaltliche Hilfe lohnt sich vor allem, wenn ein Inkassounternehmen bereits Forderungen stellt oder ein Vertrag in Ihrem Namen abgeschlossen wurde, den Sie nie autorisiert haben.
Technische Prüfung: Ist Ihr Gerät noch infiziert?
Ein Passwortwechsel auf einem infizierten Gerät ist wie ein neues Schloss an einer Tür, durch die der Einbrecher bereits ein Fenster offen gelassen hat. Verbraucherzentralen empfehlen deshalb ausdrücklich, zuerst das Endgerät zu bereinigen, bevor Sie Passwörter erneut setzen, wie die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein in ihren Erste-Hilfe-Tipps erläutert.
Diese Prüfungen sollten Sie durchführen, bevor Sie sich wieder einloggen:
- Vollständigen Antiviren-Scan auf allen Geräten starten, die mit dem Amazon-Konto verbunden waren
- Zusätzlichen Malware-Scanner laufen lassen, da ein einzelnes Programm nicht jede Schadsoftware erkennt
- Browser-Erweiterungen durchsehen und alle unbekannten Add-ons entfernen
- E-Mail-Postfach auf automatische Weiterleitungen prüfen, die Angreifer oft heimlich einrichten
- Wiederherstellungs-Telefonnummern und Rückfalladressen im E-Mail-Konto kontrollieren
- Angemeldete Geräte im E-Mail-Konto ebenso durchgehen wie bei Amazon
Reicht der Scan nicht aus oder bleibt der Verdacht auf persistente Schadsoftware bestehen, hilft oft nur der Abgesicherte Modus zur Bereinigung oder im Extremfall eine Neuinstallation des Betriebssystems. Wer sich dabei unsicher fühlt, sollte diesen Schritt einem professionellen PC-Check überlassen, statt selbst zu experimentieren.
Profi-Tipp: Prüfen Sie auch Ihr Smartphone, nicht nur den PC. Viele Amazon-Sitzungen laufen über die App, und mobile Schadsoftware wird von klassischen Antivirenprogrammen für Windows nicht erfasst.
Amazon kontaktieren: Diese Angaben braucht der Support
Amazon kann eine Kontoübernahme nur prüfen, wenn Sie konkrete Angaben liefern, keine vage Beschreibung. Halten Sie vor dem Kontakt bereit:
- Genaue Bestellnummern der unbekannten Käufe
- Die fremde Lieferadresse, falls vorhanden
- Ungefährer Zeitpunkt, zu dem Sie den Vorfall entdeckt haben
- Ihre eigene, verifizierbare Identität (Kontoinhabername, hinterlegte Telefonnummer)
Nutzen Sie dafür den Chat, die Telefonhotline oder die Amazon-App, alle drei Kanäle führen zum gleichen internen Prüfprozess. Verlangen Sie in jedem Fall eine Vorgangsnummer und notieren Sie sie sofort, auch wenn der Mitarbeiter sie nicht aktiv anbietet. Bestätigt Amazon den Verdacht auf Missbrauch, greifen interne Prüfmechanismen wie die A-bis-Z-Garantie oder eine direkte Rückerstattung. Speichern Sie jedes Chat-Protokoll als PDF oder Screenshot, bevor das Fenster geschlossen wird, denn manche Chatverläufe sind später nicht mehr abrufbar.
Vorbeugung: So schützen Sie Ihr Amazon-Konto dauerhaft
Ein einmal gehacktes Konto ist ein Warnsignal für die gesamte digitale Absicherung, nicht nur für Amazon. Diese Routinen verhindern die Wiederholung:
- Passwortmanager nutzen und für jeden Dienst ein einzigartiges Passwort generieren lassen
- Zwei-Faktor-Authentifizierung überall aktivieren, wo verfügbar, idealerweise über eine Authenticator-App statt SMS
- E-Mail-Konto regelmäßig auf fremde Anmeldungen prüfen und Sicherheitswarnungen ernst nehmen
- Backups nach der 3-2-1-Regel anlegen, also drei Kopien, zwei verschiedene Speicherorte, eine davon extern
| Maßnahme | Aufwand | Wirkung |
|---|---|---|
| Passwortmanager einrichten | einmalig, gering | Verhindert Passwort-Wiederverwendung |
| Zwei-Faktor-Authentifizierung | einmalig, gering | Blockiert Zugriff trotz gestohlenem Passwort |
| Regelmäßiger Geräte-Scan | wiederkehrend, gering | Erkennt Schadsoftware frühzeitig |
| 3-2-1-Backup-Strategie | einmalig, mittel | Sichert Daten unabhängig vom Konto |
Perspektive von Computery: Warum ein technischer Check oft übersehen wird
Die meisten Ratgeber enden beim Passwortwechsel, dabei liegt die eigentliche Schwachstelle oft woanders. Schadsoftware, die Tastatureingaben mitliest oder Sitzungscookies stiehlt, überlebt einen simplen Passwortreset locker, wenn niemand das Gerät selbst prüft. Genau diese Lücke sehen wir bei Computery immer wieder in Anfragen zu PC-Problemen und Kontoübernahmen. Ein technischer Check bringt hier keine Bürokratie, sondern schlicht Gewissheit, dass der Angreifer wirklich draußen ist, bevor Sie wieder Vertrauen ins Konto investieren.
— Thomas
Wenn das Gerät der eigentliche Unsicherheitsfaktor ist
Ein gehacktes Amazon-Konto ist selten das eigentliche Problem, meist ist es nur das sichtbare Symptom eines unsicheren Geräts oder eines kompromittierten E-Mail-Postfachs. Genau hier setzt der PC-Check und die Schadenanalyse von Computery an.

Der Ablauf ist unkompliziert: Sie schildern kurz, was passiert ist, Computery prüft Ihr Gerät auf Schadsoftware, verdächtige Prozesse und Persistenzmechanismen, die ein normaler Virenscan oft übersieht. Am Ende steht ein Bericht, den Sie auch gegenüber Ihrer Bank oder der Polizei als technischen Nachweis verwenden können, samt klarer Handlungsempfehlung für die Bereinigung. Besonders sinnvoll ist das, wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Gerät wirklich sauber ist, oder wenn Sie parallel zur Beweissicherung eine unabhängige technische Einschätzung brauchen. Starten Sie die Anfrage direkt über die Seite zum PC-Check, Diagnose und erste Empfehlung erhalten Sie danach zeitnah.
FAQ
Kann ein Amazon-Konto überhaupt gehackt werden?
Ja, über gestohlene Passwörter, Phishing-Mails oder Schadsoftware auf dem Endgerät gelangen Angreifer regelmäßig an Amazon-Zugangsdaten, besonders wenn ein Passwort auch bei anderen Diensten verwendet wird.
Was muss ich zuerst tun, wenn mein Konto gehackt wurde?
Sichern Sie mit bestehendem Zugriff sofort Passwort und Zwei-Faktor-Authentifizierung, ohne Zugriff kontaktieren Sie direkt den Amazon-Support und Ihre Bank, um eine SEPA-Rückbuchung innerhalb der Acht-Wochen-Frist zu prüfen.
Wie erkenne ich, ob mein Amazon-Konto gehackt wurde?
Typische Anzeichen sind unbekannte Bestellungen im Verlauf, fremde Lieferadressen, eine geänderte E-Mail-Adresse im Profil oder eine Sicherheitsbenachrichtigung von Amazon, die Sie nicht selbst ausgelöst haben.
Wo melde ich es, wenn mein Amazon-Konto gehackt wurde?
Melden Sie den Vorfall über Amazons Chat, Telefonhotline oder App, verlangen Sie dabei eine Vorgangsnummer, und informieren Sie parallel Ihre Bank sowie bei finanziellem Schaden die Polizei.
Ist ein professioneller Gerätecheck nach einem Hack wirklich notwendig?
Nicht immer, aber wenn Sie unsicher sind, ob Schadsoftware im Spiel war oder der Angreifer über einen längeren Zeitraum Zugriff hatte, liefert ein PC-Check Klarheit, bevor Sie dem Gerät wieder vertrauen.























